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Müll, McDonalds und Moral | Drucken |
BDKJ - News
Donnerstag, den 17. Juli 2008 um 19:07 Uhr

PM BDKJ Bundesverband

BDKJ ruft beim Weltjugendtag zu verantwortungsvollem Umgang mit Schöpfung und Sponsoring auf.

Sydney, 17. Juli. Die Organisation des Weltjugendtags produziert nach Ansicht des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) mehr Müll als nötig. „Zum Teil ist mehr Verpackungsmüll als Essen in den Verpflegungspaketen“, so BDKJ-Bundespräses Pfarrer Andreas Mauritz am Donnerstag nach dem Papstwillkommen in Sydney. Dort hatte Papst Benedikt die Menschheit zu mehr Umweltschutz aufgerufen. „Das begrüßen wir sehr, denn junge Christinnen und Christen sowie die ganze Kirche haben eine große Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung. Dieser Verantwortung wird der Weltjugendtag selbst aber nur teilweise gerecht“, so Mauritz.

Zwar gebe es Recycling-Bemühungen und im Pilgerbuch Hinweise, wie die Umwelt geschützt werden könne. Aber Materialien wie Pilgerrucksack sowie die aufwändig verpackten Mahlzeiten würden viel unnötigen Plastikmüll produzieren, „Wir wünschen uns, dass die Kirche bei ihren eigenen Veranstaltungen, wie beim Katholikentag in Osnabrück gelungen, Vorreiterin ist in der Müllvermeidung, in der klimaneutralen Ausrichtung und vor allem beim Einsatz von fair gehandelten Produkten.“

Bei den Tagen der Begegnung hätten die australischen Bistümer teilweise auf fair gehandelte Produkte zurückgegriffen. Bei dem Großtreffen in Sydney aber würden Produkte, die nicht auf Kosten von Menschen in Entwicklungsländern produziert werden, fast gänzlich fehlen. „Wir können nicht auf der einen Seite Armut anprangern und die Möglichkeiten, arme Menschen zu unterstützen ungenutzt lassen.“ Schon beim Weltjugendtag 2005 in Köln hatte der BDKJ versucht, die Veranstalter für fair gehandelte Kaffee-Produkte zu gewinnen.

Auch bei der Wahl der Sponsoren wünscht sich der BDKJ in Zukunft mehr Weitsicht. „Natürlich muss der Weltjugendtag mit Partnern finanziert werden. Aber eine multinationale Fast-Food-Kette trägt unserer Ansicht weder zum Umweltschutz noch zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Arbeitsbedingungen weltweit bei“, so der BDKJ-Bundesvorsitzende Dirk Tänzler. Pilgerinnen und Pilger bekommen mit der McDonalds-VIP-Karte Vergünstigungen, der Konzern unterstützt den Weltjugendtag maßgeblich. „Natürlich nutzen viele junge Menschen das Angebot. Wir glauben aber auch, dass man als Christ bei seinem Kaufverhalten darauf achten sollte, andere Menschen nicht auszubeuten“, so Tänzler. Mit ihrem Boykott von Coca-Cola Produkten weisen die katholischen Jugendverbände in Deutschland seit mehr als einem Jahr auf die Verantwortung multinationaler Konzerne hin. Diese müssten nach Ansicht des BDKJ stärker darauf achten, dass an Produktionsstandorten in der ganzen Welt Menschenrechte, internationales Arbeitsrechtsrecht sowie eine umweltgerecht Produktion eingehalten werden.

Der BDKJ ist Dachverband von 15 katholischen Kinder- und Jugendverbänden mit rund 650.000 Mitgliedern. Er vertritt ihre politischen, sozialen und kirchlichen Interessen. Weitere Informationen unter www.bdkj.de.

Pressekontakt in Australien: Michael Kreuzfelder: +61 431883785

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 03. September 2008 um 12:09 Uhr